Starker Wind

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Keine Ahnung ob ich hier schon davon geschrieben habe.
Aber die Bank auf diesem Bild, hätte mich vor 6 Jahren und 11 Monaten töten können.

Die wird nur in den Schnee gesteckt und ihre Form wirkt wie ein Flügelprofil.

Wir hatten unsere Ferienwohnung ganz neu, waren das erste Wochenende dort Skifahren und am zweiten Tag stand ich oben auf fast 3000 Meter mit dem Spatz etwa 20 Meter unterhalb dieser Bank.

Ich wollte warten, bis eine starke Windböhe vorbei ging um dann loszufahren. Plötzlich hörte ich laute Schreie und als ich mich umdrehte, sah ich das Ding auf mich zufliegen.

Überlebt habe ich, gemäss meinem Neurologen, nur weil ich durch die Schreie gewarnt wurde und meinen damals sehr gut trainierten Körper sofort anspannte. Und auch weil ich einen Helm trug.

Das Ganze ging so schnell dass ich nur noch folgendes dachte: „Scheisse, so schnell und unerwartet ist das Leben vorbei!“

Das nächste was ich mitbekam war der Spatz, damals 18 Jahre alt, welcher vor mir kniete und laut schrie: „Mamma, Mamma, wie geht es dir? Sag was!“

Ich schlug die Augen auf und sagte: „nichts passiert“. Ich wollte aufstehen, wurde aber von einigen Leuten zuerst zurückgehalten. Aber ich war so voller Euphorie überlebt zu haben, dass ich die Steifheit die ich spürte sogleich wegsteckte. Das sei doch normal nach so einem Schlag und nicht der Rede wert, das seien nur meine Muskeln.

Ich fuhr sogar noch eine halbe Stunde Ski, bis es nicht mehr ging. Da konnte ich den Kopf schon nicht mehr bewegen…

Der langen Rede kurzer Schluss: Eine schwere Hirnerschütterung und ein schweres Schleudertrauma waren die Folge, 5 Wochen 100% Arbeitsunfähig, danach 4 Wochen zu 50%…Und der Rückengau genau 3 Jahre später, ist für mich klar die Folge von dem Mist.

Aber die verdammte Bank steckt immer noch dort ungesichert im Schnee….das Ärgert mich immer mal wieder grässlich.

Und wenn es starken Wind hat, mache ich mir fast in die Hosen…ihr könnt sicher nachvollziehen warum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

10 Gedanken zu “Starker Wind

  1. kinder unlimited

    wow….das ist ja eine wirkliche Horror Story. Ich hätte das Ding in den Abfall befördert, nur um nicht mehr daran erinnert zu werden……Da hattest Du wirklich einen Schutzengel!!!

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    • Ja ich war diesen Winter froh um den Schneemangel, da war der Ausstieg des Bügelliftes in der Hälfte, nur wenn der Lift ganz hoch fährt, steht da die Bank…ungesichert..wenn ich mich aufrege und eine Email schreibe, ist sie für 1-2 Wochen gesichert. Dann wieder nicht. Die warten echt bis jemand dadurch ums Leben kommt und dann jammern sie..

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  2. Oha,
    klingt nicht gut.
    Aber: wer ist denn für die Bank verantwortlich bzw. haftet dafür? Hat dieser Jemand das denn mitbekommen bzw. durfte dann Kosten übernehmen?

    Ich kann deinen Groll nachvollziehen – aber dieser Jemand wird sich sagen „Ist ja bisher nix passiert, also kann ich die da weiterhin so aufstellen, die Bank.“ – weil er es vielleicht gar nicht weiß.

    Und nach so etwas noch weiterfahren – ich glaube, in solchen Momenten ist man nicht ganz zurechnungsfähig. Ich kenne so einige Leute, die nach diversen Unfällen erstmal weitergemacht haben …

    Ich bin bei sowas immer viel zu schissig und übervorsichtig. Aber jeder so wie er mag – hat ja alles Vor- und Nachteile.

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    • Ja sie hafteten, aber die Versicherung nahm nicht regress. Ich war da gut versichert, Krankentaggeld zu 100% Lohn über den Arbeitgeber, sonst hätte ich das fehlende eingeklagt. Aber Schmerzensgeld etc, das gibt es in der Schweiz nicht….
      Und ja, ich hätte mich da schon besser per Rettung wegbringen lassen, aber ich fühlte mich zuerst wirklich super..eben Euphorie es überlebt zu haben. Meine ganze linke Körperhälte war dunkelblau geprellt, das sah ich auch erst nach ein paar Tagen…zuvor war der Schmerz im Genick und der extreme Schwindel das einzige was ich wahrnahm.

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      • Ja, das war ja das „unzurechnungsfähig“ was ich meinte – man merkt es einfach nicht aufgrund des Schocks und der Hormone, die dann im Körper toben.

        Schade, dass die Versicherung nicht Regreß nahm – so zahlen die Mitglieder diese Kosten über ihre Beiträge, obwohl sie nicht müßten.

        Und ja, ein Arzt ist in so einer Situation auf jeden Fall sicherer – auch für spätere Ansprüche. Und Schmerzensgeld hier in D zu bekommen ist auch nicht so einfach – und dann sind es meist eh lächerliche Summen.

        Von daher hilft vielleicht eine Anzeige oder ähnliches bei der Behörde, die da für die Sicherheit verantwortlich ist. Kann ja sicher auch anonym erfolgen, mit Verweis auf deinen Unfall. Und das eben genau diese Gefahr noch immer besteht.

        Wirkt manchmal Wunder, zumal die Abhilfe ja lediglich im Verankern/Sichern dieser Bank bestünde.

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  3. Wäre das alles in den USA passiert, wärst du jetzt Millionärin. Aber davon ginge es dir gesundheitlich auch nicht besser. Was für eine unglaubliche Geschichte! Ich bin fassungslos, dass die Verantwortlichen in Disentis nichts daraus gelernt haben.

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