Arbeitszeiten aufschreiben, Systeme

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Vor etwa 8 Jahren, mit noch 3 Kindern in der Schule, arbeitete ich bei einer Versicherungsgesellschaft. Fest Angestellt, zu theoretisch 90%. Ich musste dort meist extrem lange arbeiten, oft wochenlang von 07:30 morgens bis 21.30 abends. Mittags nur eine kurze Pause.  Da da das Arbeits Gesetz locker war und man die Arbeitsstunden nicht mehr elektronisch erfassen musste, trug ich sie nur in ein Excel ein.

Ferien konnte ich zu den „normalen“ Schulferien auch keine nehmen, November schlugem sie mir als geeignete Zeit vor. Toll mit 3 Kindern in der Schule. Beim Bewerbungsgespräch kein Hinweis darauf, nur die Frage, ob es in Stresszeiten ein Problem sei, wenn es ausnahmsweise mal 20.00 werde. Natürlich nicht, fand ich.

Nach 5 Monaten habe ich da gekündigt, war einen Monat später weg und hatte lückenlos daran eine Arbeit, wo ich mit 80% Anstellung so viel Grund Gehalt bekam wie beim extremen Stressjob mit theoretisch 90%. Seither hatte ich nie mehr so viele Überstunden bzw als Freelancerin konnte ich sowieso nur einen vollen Tag aufschreiben. Auch wenn ich 12 Stunden gearbeitet hätte, nur 8 Stunden wären ausbezahlt worden. Dafür habe ich da dann aber auch viel mehr verdient.

Warum mir das Hochkommt? Dem Amt für Arbeit (Seco) oder wie die auch immer heissen ist aufgefallen, dass die Lockerung der elektronischen Arbeitzeit Erfassung nicht gerade ideal ist.  Deshalb drohen sie mit Kontrollen. Auch ich muss meine Zeit jetzt akribisch erfassen und im Moment ziemliche Handstände machen, damit es keine Fehleinträge wegen zu langen Arbeitstagen gibt.

Bei der Stelle beim Versicherer hätte ich jeden Tag gegen das Gesetz verstossen. Das kümmerte niemanden.

Jetzt kriege ich, falls die Mittagspause bei über 9 Stunde Arbeit keine Stunde dauerte eine Email vom Line Manager, „Liebe Anne, halte dich bitte ans Arbeitsgesetz“. Das macht in harten Wochen wie der aktuellen auch etwas Stress,  weil ich dann doch etwas „kreativ“ rumbuchen muss um nicht bunte Einträge im System zu riskieren, den meine Tage sind alle zu lang. Und mein Chef will ja natürlich trotzdem dass ich die anfallende Arbeiten erledige..

Klar ist das auch nicht im Sinne des Gesetzes, aber ich kann wenigstens immer mal wieder Stunden abbauen, wie zum Beispiel am nächsten Freitag. Da gehts am Mittag ab in die Berge, da können noch so viele Emails und Sitzungen reinkommen, das wird blockiert!

5 Gedanken zu “Arbeitszeiten aufschreiben, Systeme

  1. Ach das ist ja schon ein bißchen lästig wenn man jetzt ständig behelligt wird weil man mal kein Mittag geschafft hat. Gibt es in der Schweiz keine Vertrauensarbeitszeit ? Da muß doch keine Zeit erfasst werden. So kenne ich das aus D halt.

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