Papi und IT

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Am Samstag Abend, als wir gerade in die selber gemachte, leckere Pizza bissen, rief mein Papi auf dem iPhone von Männe an. Das tut er ausschliesslich, wenn er ein IT Problem hat. Für das ist Männe zuständig und nicht Anne. Auch wenn Anne in einer Grossbank Multiprojektleiterin und sonst noch so einiges ist, um einfache Word oder Outlook Probleme oder so zu lösen, braucht ihr Papi den Männe…

Die Anne persönlich, oder auf das Fest Netz von Familie Anne, ruft der Papi bei allen anderen Problemen und Anregungen an. Aber die IT Hotline, die endet beim Männe.

Also fuhren wir, nach dem Pizza Essen zu Papi. Die „verschwundenen“ emails wurden schnell im Papier Korb lokalisiert und die Spalte für die Suche nach dem „Betreff“ wieder verbreitert. Das machte natürlich Männe, ich könnte das ja nicht!

Und ich, kann im Moment sogar echt darüber stehen, ohne dass mir Rauch aus den Ohren dringt! Es gibt einfach Dinge, die lernt der Papi nicht mehr…

Sehr vertraut und Röstigraben

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Der Spatz und die Spätzin kamen heute am frühen Nachmittag an.

An „normalen“ Samstagen kochen wir mittags nichts, heute schon 😉

Nach dem gemütlichen Mittagessen zogen die zwei Spatzen los in die Kletterhalle in der nahen Stadt…nach den Stunden im Auto, vom Genfersee zu uns, wollten sie sich gerne etwas körperlich austoben. Etwas irritiert kamen sie dann zurück, man hätte ihnen beim Eingang ein Dutzend Regeln laut vorgelesen unter anderem müssen man IMMER Magnesium benützen und man dürfe die Schuhe nie ausziehen und die Trinkflaschen dürfen nur in einem ganz bestimmten Bereich abgestellt werden. Ganz anders gehe es da in der heimischen Kletterhalle in Lausanne zu und her. Hier werden keine Regeln vorgelesen und wenn man müde sei, setze man sich, barfuss oder wie auch immer in die Bar in der Halle und schaut den anderen Klettern zu. Da spürte auch die Spätzin, welche Slowakin ist, den Röstigraben deutlich.

Während ich die Pizza zum Abendessen belegte, stand die Spätzin an den Küchentürrahmen gelehnt bei mir und plauderte fröhlich. Der Spatz sägte in der Zeit mit Papas Unterstützung irgend ein vorstehendes Teil an den Steigeisen der Spätzin ab…Papas Werkbank im Keller wird noch gerne benützt 😉

Die Spätzin ist erst zum zweiten Mal bei uns, aber sie ist mir schon sehr vertraut. Das ist auch kein Wunder, denn sie ist ein ganz herzliches, offenes Mädchen. Da hat der Spatz eine super Partnerin gefunden.

Jetzt sind die jungen Leute an den Musik Festwochen und wir Alten schauen gemütlich Leichtathletik WM. Ah ja und meine Polar Uhr zeigt für heute 16’360 Schritte.

Man kommt wohl nie aus der Rolle raus

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Mein Papa, 83, war wie immer wenn wir zu Hause sind, am Sonntag zum Abendessen bei uns.

Für ihn, bin ich mit 50 immer noch die „Kleine“ mit den grossen, dunklen Kulleraugen, welche eh keinen Stress hat.

Er fragt immer den Männe nach seiner Arbeit und seinem Stress…Ich hab ja keinen, so als Sekretärin, mehr kann ich ja nicht sein. 😉

Heute habe ich ihm meine schöne, protzige Visitenkarte in die Hand gedrückt.

Sein Kommentar: „WAAAASS, du bis Direktorin??“ Na ja, das Vize davor hat er überlesen, aber echt jetzt, hat der mir nie zugehört?

Wann wird für die eigenen Eltern offenbar NIE richtig Erwachsen.

Mach ich das mit dem Spatz, der Giraffe und dem Beluga auch so???

Gestern

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Gestern passte alles wunderbar.

Wir fuhren mit 4 Stühlen im Auto nach Lausanne. Die Fahrt war schon unerwartet schön. Die Herbstlandschaft, erwärmte uns richtig die Seele.

In Lausanne angekommen, wartete der Spatz schon auf uns. Kurzes Ausladen der Stühle, Besichtigen seiner WG und dann fuhren wir mit ihm an den See.

Dort assen wir zuerst lecker Thailändisch, dann gings etwa 4km dem Ufer des Genfersees entlang zur EPFL, wo der Spatz uns das Universitätsgelände, inkl des Gebäudes in dem er sein Büro hat, zeigte. Dabei genoss er es sehr, seine Eltern für sich zu haben und mit ihnen über Gott und die Welt zu plaudern. Wir rundeten den Besuch bei ihm noch mit einem Kaffee ab, bevor wir uns dann gegen Ende Nachmittag wieder auf den Weg nach Hause machten.

Die Rückfahrt war, solange wir noch Tageslicht hatten, noch wunderbarer. Das goldige Licht, brachte die farbigen Laubbäume noch mehr zur Geltung.

Im letzten Tageslicht, erreichten wir Solothurn, wo wir uns, nach einem kurzen Rundgang, ein gemütliches Italienisches Restaurant aussuchten. Dort bekam ich wieder mal Moules, mehr brauchte ich nicht um ganz seelig zu sein.

Danach nahmen wir uns vor, den Spatz, solange er in Lausanne lebt, so 2 mal im Jahr besuchen zu gehen. Lausanne ist ja wirklich nicht ab der Welt und wenn wir nichts zu transportieren haben, können wir auch mit dem Zug hinfahren.

Fröhliche Stimmung, trotz Stress

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Im Moment bin ich manchmal etwas durch den Wind. Letzthin jagte ich den Schokochef und den Oberneard regelrecht ins nahe Sitzungszimmer, weil wir da eine Sitzung hatten. Noch zwei Neards tauchten nicht auf und der Schokochef fand noch, sein Outlook habe ihn nicht ans Meeting erinnert?

Zu dritt war das Problem in einer halben Stunde ausdiskutiert, als ich danach an Schokochef vorbei wetzte, maulte er:“Anne echt, schon klar dass mich mein Outlook nicht ans Meeting erinnert hat, es fängt erst jetzt an!“ Ups, ich sprintete zurück ins Sitzungszimmer, da sassen die 2 vorher vermissten Neards gemütlich im Sitzungszimmer…

Auch neulich, alle sassen schon im Meetingraum, tippte ich noch schnell die Meetings ID in die Spinne auf dem Tisch und antwortete, als ich von der Telefonstimme nach meinem Namen gefragt wurde mit:“Pippi Langstrumpf“.
Darauf einer meiner Neards fassungslos:“Echt jetzt? Und wenn das jemand hört?“
Ja wer sollte das schon hören? Der Test Manager der sich noch einwählt? Der kennt doch meine Stimme und das Team um den Tisch kennt mich ja wirklich auch
😉

Ach ja und heute, stellte ich, nach Ansicht des Oberneards, welcher am liebsten gar nicht spricht, eine saudoofe technische Frage.
Nachdem das geklärt war und ich selber einsah, dass meine Frage, bzw. Idee schon etwas dämlich war, gab mir der Oberneard noch eins auf den Deckel: „Hast du echt gedacht dass das so geht???“ „Hm ja, ich habe ja auch Wirtschaft und nicht Informatik studiert????“ war meine Antwort und alle lachten, auch ich.

Studium jüngster Sohn

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Unser jüngster Sohn hat vor ein paar Wochen sein Ingenieur Studium an der ETH in Zürich begonnen.
Die ersten paar Wochen fand er den Stoff einfach, dann war er ein paar Tage krank und als er wieder ins Studium ging, überkam ihn das Grauen.
Er kämpfte 5 Tage lang damit eine Analysis Aufgabe richtig zu lösen. Er sollte sie auch in den Übungsstunden abgeben. Sein Vater welcher das Gleiche Studium vor 24 Jahren abgeschlossen hatte, konnte ihm nicht mehr helfen, zuviel vergessen, zu abstrakt. Internet Recherche half nichts. Unser Beluga Hase wurde übellaunig, schlief schlecht und motzte Mama und Papa an.
Männe und ich schauten dem Treiben etwas besorgt zu. Männe versuchte den Junior etwas zu beraten. Er riet dem Junior, Mitstudenten oder Assistenten zu kontaktieren und sich dort Erklärungen zu holen.
Als Anne gestern nach Hause kam, strahlte der Beluga Hase. Er hatte in den Übungen seine vermeintlich falsche Lösung abgegeben und siehe da: Sie war richtig! Er fand seine Lösung so abstrakt, dass er überzeugt war, die Lösung sei falsch.
Diese intellektuelle Krise war die erste in bisher 12 Schuljahren. Wollte er bisher etwas lernen, begriff er es auf Anhieb. Krisen gab es bei Französisch, Deutsch etc. wo er kein Interesse hatte, oder es um lustloses auswendig lernen ging. Und natürlich die grosse während seiner Depression, an welcher wir alle gewachsen sind.
Jetzt muss er beissen, aber daran wächst er, davon bin ich überzeugt.
Und es erinnerte mich an seine Kindheit. Er wollte im Keller immer irgendwelche komplizierten Konstruktionen bauen, hatte das Resultat im Kopf, aber beim Entwickeln des Weges dahin, moserte er immer rum…es geht nicht, ich kann es nicht.
Es ging immer, nach ein paar Tagen hatte er die Lösung. Und er machte es gerne. Ich hoffe das bleibt auch jetzt so. Die erste, hilfreiche Hürde hat er auf jeden Fall genommen.