Auch heute nicht geräumt

Standard

Denn wir sind beide um 06.00 aus dem Haus und um 18.30 nach Hause gekommen.

Und dann stand etwas kochen und Abendessen, dann Rechnung letzter Monat Papi Altersheim kopiert, speziellen Auftrag, Bank ausgefüllt und in Couvert gesteckt.

Und dann noch Wäsche hin und her geräumt, zusammengelegt und etwas gebügelt. Und danach war mir sehr zum heulen, aber nach 5 Minuten Ruhe wieder gut.

Und mein Rücken ist dank Chemie gestern Abend und gefühlt 100 mal Tisch hoch heute für ein paar Minuten jetzt auch wieder „fast“ schmerzfrei. So soll er auch bleiben fürs Wochenende. Ich will ja auch Skifahren! Und die Papi Wohnung muss halt warten. Wem es nicht passt, der kann es ja machen, harr, harr.

Jetzt mal Räumstopp

Standard

Mein Rücken bockt gerade wie blöd, weil ich mich ich in Papis Wohnung zu oft gebückt habe.

Und halt auch wieder lange Arbeitstage. Viel Arbeit, 2 Stunden pendeln täglich. Oder wie heute Home Office, vor 07:00 am Rechner und dafür bis kurz vor 18.00. es ist zum Mäuse melken, im Moment.

Und auch sonst noch genug am Hals. Letzte Arztrechnungen, Versicherung, schon Rechnungen für die Abdankung, mit speziellem Formular, der Hauptbank vom Papi eingereicht. An spezielle Stelle dort. Dann noch Rückforderung an seine Krankenkasse gemacht. Tagsüber noch wegen falsch ausgestelltem Auszug, per eben nicht Todestag, mit der Post Finance am Telefon Zeit verbraten. Und dann noch persönliche Zahlungen online erledigt. Das musste auch mal sein und wegen Ferien Anzahlung mit Freude bezahlt!

Aber räumen beim Papi, lasse ich mal auf der Seite.

Und am Freitag gehts ab in die Berge. Wenn ich schon ohne jegliche Hilfe meiner Schwester, alles alleine mache, dann nehme ich mir die Zeit, welche ich brauche dazu.

Ach der Idiot

Standard

Der ist noch immer dort wo ich war.

Er hat die wichtigste Tochterfirma und die Schnittstellen Partner sauer gemacht, das Business hasst ihn auch, mein Ex Winning Team sowieso, aber das IT Management hat das immer noch nicht eingesehen. Er liefert nur halb soviel wie ich früher aus, mit fast doppelt so viel Leuten (davon viele neu).

Ich sage nix dazu bei der Arbeit, denn gesunder Menschen Verstand ist absolut nicht erwünscht. Da verbrenne ich mir nicht mehr die Finger daran. Ich nicke alles freundlich lächelnd ab, ich sage nicht mehr was besser wäre. Seit einigen Wochen schaffe ich das wunderbar.

Traurig und entgegen jeder Logik, aber so vorgegeben.

Na ja, Administration

Standard

Alle Banken wo ich aus der Steuererklärung 2016, beim Papi Konten sah, hatte ich angeschrieben. Und um einen Auszug per 31.12.17 und einen per Todestag 29.01.18 gebeten.

Von allen bekam ich Antwort, aber bei einer…da war bei zwei von 3 Konten, der Abschluss  per 19.01.2018…da hat sich der / dieAngestellte im Datum verhauen.

Ich hoffe, ich kann das Telefonisch lösen, am nächsten Home Office Tag. Wobei ich mit Sicherheit 15 Minuten hin und her umgestellt werde und in der Leitung mit Musik stecke, mal schauen ob es so geht um den Auszug per Todestag zu erhalten. Und bei der Pensionskasse muss ich doch auch noch anrufen, denn es kam noch nichts..offenbar ist der Brief mit dem Totenschein dort tatsächlich in ein schwarzes Loch gefallen.

Ansonsten war ich heute mit Männe in der Papi Wohnung, da ging das räumen doppelt so schnell und ich musste nicht alleine alles die Treppen runter schleppen.

Emontional anstrengend war es, als sein Kleiderschrank leer war. Da habe ich geheult wie ein Schlosshund. Einfach, alles weg, ausradiert. Dabei, ich weiss doch wirklich, er kann die Kleider ja nicht mehr tragen. Aber es hat doch weh getan.

Aber nun ja, ich habe zum Abschluss noch den Blick in den einen wunderschönen alten Holzkasten im Wohnzimmer gesteckt und Bingo, da hängen noch unzählige Mäntel von ihm drin.

Also hat er doch noch was 😉 Und ich dann nochmals einen Grund zum Weinen. Eventuell gehen wir Morgen Nachmittag nochmals 2 Stunden räumen und sortieren, mal schauen.

Ausserdem bin ich sooooo froh, dass mein Papi kein Messi war und auch sehr ein organisierter, ordentlicher Mensch. Etwas viel Lesebrillen haben wir gefunden und etwa ein Dutzend Scheren (in einer 3.5 Zimmer Wohnung), aber sonst alles im absolut normalen Rahmen.

Und meinem Rücken habe ich danach zu Hause eine Runde Yoga gegönnt, das brauchte er auch, die viele Bückerei beim Schubladen ausräumen war Gift für ihn.

26 Stockwerke trotz Homeoffice

Standard

Ich habe vor 07:00 im Homeoffice zu arbeiten begonnen und hatte um kurz vor 16:00 alle Pendenzen erledigt. Darum hüpfte ich dann ins Auto und flitzte zu Papis Wohnung. 2 Stunden habe ich Dinge sortiert, aufgeräumt, immer mit dem Ziel systematisch vorzugehen und alles nur einmal anzufassen. Etwas komisch war es, so in die unbewohnte, seelenlose Wohnung einzutreten, aber danach liefs gut. Aktivismus hilft.

Dann gings Treppen runter, wieder hoch, bis Abfall im Container, Papiere zum aufbewahren und zum entsorgen und 2 Säcke Kleider im Auto waren.

Der Anfang ist immer zäh, drum habe ich ihn heute gemacht und ich bin enorm erleichtert 😉

Schönes Wochenende euch Allen!

Morgendliches Schlemmerfest

Standard

Um 5 Uhr war genug herumgewälzt und ich stand auf. Und es ging mir echt prächtig. Im Kühlschrank war noch leckerer Pflaumen und Apfelkuchen von der Trauerfeier, dazu Kaffee und die schnurrende Katze.

Jetzt im Zug, ist es mir dafür übel, mein Magen beklagt sich. Kommt davon, wenn man so früh, soviel schlemmt 😉

Überwältigend

Standard

Heute war die Trauerfeier und die Beerdigung vom Papi.

Und ich bin überwältigt. Von seinen noch allen lebenden, alten 5 Brüdern, kamen 3 mit Ihren Frauen und viele Cousinen uns Cousins.

Sein ältester, Bruder 92! Jahre alt, kam mit seiner Frau, ebenfalls 92 Jahre alt, mit dem Zug von Basel zu uns gereist. Eine ziemliche Weltreise für die beiden. Aber wohl umsorgt, in Zürich sorgte eine Nichte dafür, dass sie im grossen Bahnhof den richtigen Zug nach Hause erwischten.

Sein jüngster Bruder, erst 81 Jahre alt, kam ebenfalls im Zug angereist und der ein Jahr jüngere Bruder aus der Nähe von Basel mit Ehefrau vom Sohn chauffiert. Abwesend war ein älterer dementer Bruder und ein älterer Bruder, welcher auch schon recht zerbrechlich ist und noch weiter weg lebt.

Aus seinem Klub, ähnlich wie Rotarier, kamen auch viele Kollegen und einer hielt eine rührende Abschiedsrede von dieser Seite. Und auch der freie, studierte Theologe, den ich gewählt hatte, hielt eine wunderschöne Abschiedsrede. Ohne Gotteslieder, ohne Gebet, aber eine völlig schöne Ehrung des Papis. Auch ein Ex Stadtrat, welcher 20 Jahre mit dem Papi nah gearbeitet hatte, bevor er für die Schweiz der 1. hmm Delegierte wurde, war an der Trauerfeier.

Beim Umtrunk danach, war nur noch die Familie anwesend, obschon auch alle anderen eingeladen worden wären. Aber immer noch viele liebe Leute, mit Onkeln, Tanten und Cousinen und uns.

Der Papi hätte lieber nur selektiv eingeladen. ABER, wenn er heute über uns schwebte, wird er gesagt haben: „Ach Anne, du hattest recht, ich wurde so schön gewürdigt!“

Recht mitgenommen haben mich seine 3 Enkel welche meine Kinder sind, welche sehr bewegt waren und in der Kirche unzählige Taschentücher brauchten. Die beiden anderen Enkelkinder sassen auf einer anderen Bank und ob es da auch so floss, entzog sich meiner Wahrnehmung. Sie hatten aber alle, eine sehr nahe und völlig konfliktfreie  Beziehung zu ihm. Und meine waren die letzten 2 Wochen weiter von mir weg und hatten seinen Tod wohl verdrängt. Ihre Verarbeitung startete zum Teil erst heute. Ich bin emotional leicht angeschlagen, aber viel weniger, als noch vor 2 Wochen.

Das Buch des Lebens wird weiter geschrieben, mit dem Papi im Herzen und in unseren Genen, aber ohne Sorgen um ihn (für mich).